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Link zur Originalquelle des Artikels: Infosperber: https://www.infosperber.ch/umwelt/rohstoffe/lithium-fuer-batterien-die-achillesferse-der-elektroautos/ |
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29.10.2021 | www.kla.tv/20358
Ab dem Jahr 2035 sollen nur noch emissionsfreie Neuwagen in der EU zugelassen werden. Dem hat die Europäische Kommission am 14. Juli 2021 zugestimmt. Dasselbe Ziel verfolgt auch der Schweizer Elektromobilitätsverband „Swiss eMobility“ und erklärt auf seiner Webseite, dass Elektroautos eine bessere Umweltbilanz aufweisen als andere Antriebsarten. Doch wie viel „saubere Energie“ steckt wirklich in den Batterien der Elektroautos? Dieser Frage ging die Schweizer Online-Zeitung Infosperber nach. In ihrem Artikel vom 22. Juni 2021 wird aufgezeigt, wie für die „grüne Energie“ massive Umweltschäden durch den Abbau von Lithium, Kobalt und Nickel in Kauf genommen werden. In Anbetracht dieser Fakten wird erkennbar, welchen Bumerangeffekt die hochgelobte „Energiewende“ auslösen könnte. Sowohl politische wie wirtschaftliche Entscheidungsträger sind daher aufgefordert, auf nachhaltige Lösungen zu setzen, anstatt einer noch gigantischeren Umweltbelastung Tür und Tor zu öffnen. Den folgenden Artikel von Christa Dettwiler, erschienen unter dem Titel „Lithium für Batterien – die Achillesferse der Elektroautos“, möchte Kla.TV zur freien Meinungsbildung weiterverbreiten. Die USA machen zwar Milliarden locker für den Abbau von Lithium. Doch niemand will die Umweltbelastung in seiner Gegend. Auf einem erloschenen Vulkan im Norden Nevadas bereiten Arbeiter Sprengungen und massive Aushubarbeiten vor, um eine große Lithium-Mine in Betrieb zu nehmen. Es ist die erste seit mehr als zehn Jahren. Dort soll der Stoff abgebaut werden, der Elektrobatterien antreibt und für erneuerbare Energiesysteme benötigt wird. Die Mine soll die fast totale Abhängigkeit der USA von ausländischen Lieferanten durchbrechen. Viel Wasser und ein gigantischer Abfallberg Das Projekt, bekannt als Lithium Americas, stößt allerdings auf Widerstand. Ureinwohner, Landwirte und Umweltorganisationen erheben Einspruch, weil die Mine voraussichtlich Milliarden Liter des wertvollen Grundwassers verbraucht und Teile davon für 300 Jahre verseuchen könnte. Zudem hinterlässt die Mine einen gigantischen Abfallberg. Es ist ein Kampf David gegen Goliath. Und es ist nicht der einzige. Weltweit brechen um den Abbau von Rohstoffen für vermeintlich grüne Energien Konflikte aus. Statt Erdöl und Gold jetzt Lithium, Kobalt und Nickel Der Abbau von Lithium, Kobalt und Nickel richtet massive Schäden an, die im Rennen zwischen den USA, China, Europa und anderen Staaten gerne übersehen werden. Der aktuelle Kampf um die Mineralien, die ihren Ländern in den nächsten Jahrzehnten zu wirtschaftlicher und ökonomischer Dominanz verhelfen können, ist vergleichbar mit den historischen Auseinandersetzungen um Gold oder Öl. Das Nevada-Projekt etwa, das in den letzten Tagen der Trump-Präsidentschaft grünes Licht erhalten hatte, soll den Vereinigten Staaten die Führung in der Produktion dieser Rohmaterialien sichern, zumal sich Präsident Joe Biden dem Klimaschutz verschrieben hat. So sind bereits weitere Lithium-Minen in Kalifornien, Oregon, Tennessee, Arkansas und North Carolina geplant. Aimée Boulanger ist Direktorin der Initiative für Responsible Mining Assurance, eine Organisation, die Minenprojekte von BMW, Ford und anderen überwacht. Sie sagte gegenüber der New York Times: „Obwohl die Absichten gut sind, kann unser Bedarf an sauberen Energien großen Schaden anrichten. Das darf nicht passieren.“ Im ersten Quartal 2021 haben Lithium-Minenbetreiber in den USA an der Wall Street gegen 3,5 Milliarden US-Dollar beschafft, siebenmal soviel wie in den drei Jahren zuvor. Fachleute gehen davon aus, dass sich der Bedarf an Lithium noch vor Ende dieses Jahrzehnts verzehnfachen wird, schließlich haben Tesla, VW, General Motors und andere Dutzende neue Elektromodelle in der Pipeline. Obwohl die USA auf riesigen Reserven sitzen, ist bislang nur eine einzige große Lithium-Mine – Silver Peak in Nevada – in Betrieb. Seit den 1960er Jahren produziert sie etwa 5’000 Tonnen pro Jahr, weniger als zwei Prozent der weltweiten Produktion. Der größte Teil stammt aus Lateinamerika oder Australien und wird mehrheitlich in China und anderen asiatischen Ländern in Batterien verbaut. Jetzt wollen US-Minengesellschaften die Produktion von Lithium massiv ankurbeln und wünschen von der US-Regierung im Rahmen des geplanten Infrastruktur-Programms 10 Milliarden Dollar Subventionen. Es gehe um die nationale Sicherheit, argumentieren sie. Sollte China die Lieferungen an die USA einstellen, drohten schwere Konsequenzen, warnt ein Lobbyist für Piedmont Lithium. „Saubere Energien“ führen zu gigantischer Umweltbelastung Umweltaktivisten, lokale Gruppen und indigene Stämme dagegen warnen vor massiven Schäden durch den Lithium-Abbau. In der Nähe der Ranch von Edward Bartell in Nevada könnte bald die Mine von Lithium Americas ausgehoben werden. Sie wird etwa eine Tiefe von 112 Metern erreichen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Mine pro Minute mehr als 12’000 Liter Wasser verbrauchen wird, was den Wasserspiegel auf Bartells Land um 3,5 Meter absenken würde. Die Produktion der 66’000 Tonnen Lithium-Karbonat könnte gemäß Regierungsdokumenten das Grundwasser durch arsen- und antimonhaltige Metalle vergiften. Um Lithium zu gewinnen, wird der abgebaute Ton mit täglich bis zu 5’800 Tonnen Schwefelsäure vermischt. In den Dokumenten zur Betriebsbewilligung steht, dass dieser Prozess 270 Millionen Kubikmeter schwefelsäurehaltige Abfälle verursachen wird, die auch schwach radioaktives Uran enthalten können. Zudem werden riesige Flächen Weideland von Antilopen und Brutgebiete von Moorhühnern beeinträchtigt. Trotz allem hofft Lithium Americas, ihre Mine nächstes Jahr in Betrieb nehmen und damit um die vier Milliarden Dollar verdienen zu können. Der Hauptaktionär des Unternehmens ist ausgerechnet das chinesische Unternehmen Ganfeng Lithium. Autohersteller geben sich alle Mühe, sich von solchen Vorhaben abzugrenzen. So sagte Sue Slaughter, Direktorin für die Nachhaltigkeit von Lieferketten, gegenüber der New York Times: „Ureinwohner werden vertrieben, ihr Wasser wird vergiftet… Da wollen wir nicht mitmachen. Wir wollen die Unternehmen, von denen wir Material einkaufen, dazu bringen, verantwortlich zu produzieren. Als Großabnehmer haben wir die Macht, die Situation zu beeinflussen, und das werden wir auch tun.“ Umweltorganisationen werden am Ball bleiben.
von db.
Europäischer Grüner Deal: Kommission schlägt Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft in der EU vor, um Klimaziele zu erreichen: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_3541
Webseite von „Swiss eMobility“: https://www.swiss-emobility.ch/de/politik/meldungen/eAgenda-2021.php
https://www.swiss-emobility.ch/de/news/aktuell/meldungen/EU-sieht-Verbrennerverbot-ab-2035-vor.php